Die Webseite der Gemeinde Niederalteich

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Basilika und Pfarrkirche von Niederalteich 

SonnenblumenfeldDie Kirche gehört zum Gebäudekomplex eines Benediktinerklosters. Dieses gründete im Jahre 731(741) der bayerische Herzog Odilo hier an der Donau als wichtiger Verkehrsader und zu Füßen des damals noch unbesiedelten Bayerischen Waldes. Im Jahre 1803 wurden in Deutschland alle Gebiete,die unter geistlicher, d.h. bischöflicher oder klösterlicher Herrschaft standen, zwangsweise von den weltlichen Fürstentümern annektiert. Damals kam es auch zur Aufhebung des Klosters Niederalteich durch den bayerischen Staat und zur Veräußerung und Zerstörung eines großen Teiles der Gebäulichkeiten.
 

Die Klosterkirche wurde - an Stelle der abgerissenen alten Pfarrkirche - der Pfarrgemeinde Niederalteich übergeben. Diese hält seitdem hier ihre Gottesdienste und hat auch für den Unterhalt der Kirche zu sorgen. Die letzte umfassende Restaurierung fand 1989 ihren Abschluss.
 
Im Jahre 1918 wurde das Kloster wiedererrichtet. Den Mönchen wurde die Seelsorge in der Pfarrei anvertraut. Einen Teil ihrer Gottesdienste halten sie ebenfalls in dieser Kirche. Um die neu gewonnene Bedeutung dieses altehrwürdigen Gotteshauses zu unterstreichen, wurde ihm im Jahre 1932 der Titel einer päpstlichen ,,Basilica minor" übertragen.
 

Die Außenansicht der Kirche zeigt deutlich, dass sie ursprünglich als frühgotische Hallenkirche errichtet wurde - der Chorraum wurde 1270, das Langhaus 1306 fertiggestellt; besonders beachtenswert ist an der linken Außenseite nahe dem Nordturm das Tympanon eines Portales, durch das die Kirche mit dem ehemaligen Kreuzgang verbunden war. Der Bau der 72 m hohen Türme wurde in der Renaissance begonnen. An der Südseite (Friedhofseite) des Südturmes ist auf einer Gedenkplatte die Grundsteinlegung am 24.7.1514 durch ein Horoskop kosmisch eingeordnet. Das Innere der Kirche wurde um 1720 barrockisiert. Dabei gelang es, Alt und Neu in großartiger Harmonie miteinander zu verbinden. Hinter dem Hochaltar wurde für die Sakristei im Erdgeschoss und für den Mönchschor darüber ("0berkirche") statt des früheren geraden Abschlusses ein Halbrund angefügt, der erste Sakralbau des großen Barockbaumeisters Johann Michael Fischer.

Basilika innenBeim Betreten der innen 60 m langen Kirche geht der Blick wohl zunächst auf das zentrale Gemälde von Franz Geiger, Landshut (1675), über dem Hochaltar. Es zeigt die Patrone der Kirche:

  • den hl. Mauritius (der auch über der Kanzel steht) und seine Gefährten,
  • Soldaten der sogenannten Thebaischen Legion des Römischen Kaiserreiches

Auf dem Gemälde ragt Mauritius aus dem im unteren Teil des Bildes in dunklen Farben gehaltenen Gemetzel heraus, und von oben kommt ihm in strahlendem Licht Christus der Auferstandene mit einer Schar von Heiligen entgegen. 

Die hier anklingende Hell - Dunkel – Dramatik setzt sich in der ganzen Kirche fort.

In den relativ dunklen Seitenschiffen ist neben dem Altarraum in den unteren Deckenfresken die Leidensgeschichte Christi dargestellt, und die Altarbilder im Langschiff zeigen das ,Dunkel" des menschlichen Glaubensweges:

  • auf der rechten Seite über dem ersten Altar das Sterben des hl. Benedikt,
  • über dem zweiten Altar die "Feuerprobe" der hl. Kaiserin Kunigunde,
  • über dem vierten Altar das Martyrium des hl. Sebastian -,
  • auf der linken Seite über dem ersten Altar das Auftreten des hl. Bußpredigers Johannes des Täufers,
  • über dem zweiten Altar des Sterben des hl. Josef und
  • über dem vierten Altar den hl. Mönch und Bischof Martin

 

Unter den Bildern befinden sich in Glasschreinen mit leuchtenden Steinen verzierte Gebeine von Christen der Frühzeit aus den römischen Katakomben, die in der Barockzeit hierhin übertragen wurden. Zu bestimmten Zeiten des Kirchenjahres sind die Reliquienschreine mit herrlichen Barrocktafeln verdeckt, auf denen die Heiligen lebend dargestellt sind. Über den Altären geben die einzigartigen Öffnungen im Gewölbe den Blick frei auf die Fresken im oberen Umgang, die - im Kontrast zu den unteren Bildern - die jeweilige Heiligengestalt im himmlischen Licht zeigen.

In der Mitte des rechten Seitenschiffes befindet sich - durch den Quergang hervorgehoben auf dem dritten Altar eine Pieta (Sandsteinplastik, um 1480). Dieses Meditationsbild des vom Kreuz abgenommenen Heilandes im Schoße seiner Mutter ist bis heute das Heiligtum einer 1503 errichteten "Erzbruderschaft von den Sieben Schmerzen Mariens" Das Fresko darüber im oberen Umgang zeigt in einer seltenen Darstellung die hl. Maria als Mutter der Gnade: wie Milch strömt ihre den Glauben nährende Gnade auf die Völker hernieder. Auf der gegenüberliegende Seite ist über dem dritten Altar die Verehrung des hl. Gotthard (Godehard) dargestellt, eines Niederalteicher Mönches und Abtes, der 1022 zum Bischof von Hildesheim berufen wurde. Die Wachsfigur darunter ist eine Darstellung des hl. Kirchenlehrers Augustinus.

In der Kapelle im Nordturm (in Richtung Ausgang rechts) haben Sie die Möglichkeit, in Ihrem persönlichen Anliegen eine Kerze anzuzünden. 

Alle Fresken (mehr als 200) schuf Wolfgang Andreas Heindl aus Wels/Oberösterreich. Die Deckenfresken im 21 m hohen Mittelschiff symbolisieren die Geschichte des Klosters Niederalteich. Ihnen liegt eine Ableitung des Namens Nieder-Alteich von "Eiche" zugrunde, doch ist es richtiger, den Namen des Klosters auf das altdeutsche Wort "Ache" = Wasser zurückzuführen, das in vielen Orts- und Flussnamen fortlebt (z.B. "Ohe"). Neben der amtlich festgelegten Schreibweise ,,Niederalteich" wird der Name des Klosters deshalb auch "Niederaltaich" geschrieben. 

Orgel Besondere Beachtung verdienen die Schnitzarbeiten an den Beichtstühlen und den Bänken, gefertigt von dem Niederalteicher Mönch Pirmin Tobiaschu.  In seinen barocken Orgelprospekt wurde 1985 von der Firma Georg Jann aus Allkofen bei Abensberg eine neue Orgel eingebaut.


Sie hat...

  • ein mechanisches Werk,
  • 48 Register,
  • 4 Manuale und
  • 3555 Pfeifen

Das klangvolle Geläute im Südturm besteht aus fünf Bronzeglocken, alle aus neuerer Zeit:

  • die größte (hl. Michael) mit einem Gewicht von 2074 kg und einem Durchmesser von 153 cm erzeugt den Ton c'3 (Johann Graßmayr, Innsbruck, 1938);
  • die zweitgrößte (hl. Antonins) mit 1300 kg und 125 cm: es'4  (Georg Sammassa, Passau, 1814);
  • die drittgrößte (Mariä Verkündigung) mit 971 kg und 118 cm: f’ (Rudolf Perner, Passau, 1961),
  • die kleinste (hl. Bruder Konrad) mit 500 kg und 98 cm: as'6 (Karl Hamm, Regensburg, 1931).

Im Jahre 2003, genau 200 Jahre nach der Säkularisation, bei der die Jubiläumsglocke von 1731 nach Vilshofen gekommen war, konnte das Geläute durch eine großherzige Stiftung erweitert werden:

  • Im bisher leeren Nordturm hängt nun die Mauritius-Glocke mit einem Gewicht von 4.820 kg und einem Durchmesser von 200 cm. Mit dem Ton as' 0 rundet der von Rudolf Perner, Passau gegossene mächtige Klangkörper das bisherige Geläute nach unten ab.
     

Das Kloster unterhält ein Musisches Gymnasium mit Neusprachlichem Zweig (St. Gotthard Gymnasium) und ein Ökumenisches Institut, das um ein gegenseitigem Verständnis der verschiedenen christlichen Kirchen und Traditionen bemüht ist. Diesem Ziel dient es auch, wenn ein Teil der Mönche regelmäßig die Gottesdienste im byzantinischen Ritus feiert. In der früheren Klosterbrauerei wurde dafür die St. Nikolaus – Kirche im byzantinischen Stil eingerichtet.
 
An den Sonn- und Feiertagen finden in Niederalteich folgende Gottesdienste statt: 

Eucharistiefeier der Pfarrgemeinde:

  • 19.00 Uhr Vorabendgottesdienst (Sommerzeit)
  • 18.00 Uhr Vorabendgottesdienst (Winterzeit)
  • 09.00 Uhr in der Basilika

Konventamt der Mönche, gewöhnlich mit Gregorianischem Choral:
am ersten,dritten und ggf. am fünften Sonntag im Monat
· 10.30 Uhr in der Basilika

Lateinische Vesper
· 17.30 Uhr in der Basilika

Byzantinische Liturgie:
am zweiten und vierten Sonntag im Monat
· 9.30 Uhr in der St. Nikolaus- Kirche

Byzantinische Vesper:
· 17.15 Uhr in der St. Nikolaus- Kirche 
  

 

Gottes Segen begleite Sie und Ihre Angehörigen!

verantwortlich für den Inhalt:
Pfarramt Niederalteich
94557 Niederalteich
Mauritiushof 1

Pfarramt: 09901/903388

e-Mail: pfarramt-na@t-online.de

Bildergalerie

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